Der Filofax ♡ Was das ist und warum ich meinen so sehr liebe

In den letzten Jahren war ich permanent auf der Suche. Auf der Suche nach einem System, das Ordnung in mein kreatives Chaos bringt. Das mich nie im Stich lässt, auch wenn mein Leben gerade noch so turbulent ist. Das mir hilft, meinen Alltag zu strukturieren. Eine Art Management. Ein Personal Assistent – nur viel, viel günstiger, versteht sich 😉

Vor ein paar Monaten bin ich nun endlich fündig geworden & mehr als glücklich mit meiner Entscheidung: Ich habe mich voll und ganz dem Filofaxing verschrieben und möchte dir gern in diesem Blogbeitrag verraten, warum ich so begeistert davon bin.

Filofax - Was ist das?

Bevor ich meinen Lobgesang auf den Filofax anstimme, möchte ich dir zunächst einmal kurz erklären, worum es sich dabei eigentlich handelt. Denn auch wenn das Organisationstalent made in UK ein waschechter Klassiker ist, ist seine Bekanntheit in Zeiten von iPad, Surface und Co. längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Der Filofax ist ein Ringbuchplaner, der 1921 für die britische Armee entwickelt wurde. Schon nach kurzer Zeit vereinfachte er jedoch nicht nur das Leben von Soldat:innen. Auch Ärzt:innen, Lehrer:innen, Jurist:innen und vielen anderen Menschen erkannten die Vorzüge dieses Systems schnell und nutzten den Filofax nicht mehr nur zum Koordinieren ihrer Termine, sondern auch zur Projektplanung, als Adressbuch, Geburtstagskalender, Haushaltsbuch… – kurzum: als genau das, was sie gerade brauchten, um ihren beruflichen wie privaten Alltag zu organisieren.

Das Besondere am Filofax ist seine Ringbindung, die ohne großen Aufwand geöffnet werden kann und dadurch ein hohes Maß an Flexibilität bietet. Darüber hinaus ist der original Filofax für seine hochwertige Verarbeitung, eine großartige Haptik und ein zeitloses Design bekannt. (Merkt man eigentlich schon, wie sehr ich verliebt bin?)

Die Frage „Was ist ein Filofax?“ kann letztlich mit „Alles, was du möchtest!“ beantwortet werden. Der Ringbuchplaner ist ein analoges Organisationswerkzeug, das sich durch seine flexible Bindung jedem Wunsch und jedem Nutzungsverhalten anpasst.

Ich zum Beispiel nutze meinen Filo als:

  • Terminkalender
  • to do-Liste
  • Habbit Tracker 
  • Blogpost-Ideensammlung und -Planer
  • Notizbuch
  • Adressbuch
  • Geburtstagskalender
  • Projektplaner

Übrigens: Der Filofax ist eine solche Ikone unter den Organizern, dass der Markenname als generischer Begriff für nahezu alle Ringbücher verwendet wird – so wie „Tempo“ für Taschentücher oder „Tesafilm“ für Klebestreifen. 

Personal oder A5: Welches Filofax-Format ist das richtige für mich?

Den Filofax gibt es nicht nur in vielen verschiedenen Farben und Materialien, sondern auch ganz verschiedenen Formaten:

Name Papiergröße
A4 210 mm × 297 mm
Deskfax 176 mm × 250 mm
A5 148 mm × 210 mm
Personal 95 mm × 171 mm
Pocket 81 mm × 120 mm
Mini 67 mm × 105 mm
M2 64 mm × 103 mm

(Quelle: Wikipedia)

Mein erster Filofax (der rote, den du auf den Bildern siehst) hatte ein Personal-Format. Ich habe mich für dieses entschieden, weil ich gern etwas Handliches für die Handtasche wollte. Ich erhielt genau das, was ich mir wünschte – und stellt doch schon nach wenigen Wochen fest, dass dieses Filofax-Format nicht das richtige für mich war.

Der Personal ist ein tolles Modell für alle, die es gern „abgespeckt“ mögen und schnell auf den Punkt kommen. Denen kurze Stichpunkte genügen und die parallel zum Filofax noch mindestens ein Notizbuch für längere Gedanken besitzen.

Weil ich jedoch letzteres überwiegend in meinen Filofax integrieren wollte (ich besitze lediglich für meine Recherchenotizen ein extra Buch), entschied ich mich, doch auf das Format A5 umzuschwenken – und habe diese Entscheidung noch nicht eine Sekunde lang bereut.

Ja, der A5 Filofax ist groß. Ja, er passt in die wenigsten Handtaschen. Ja, entwickelt schnell ein erstaunliches Gewicht. Und doch will ich ihn nicht mehr in meinem beruflichen wie privaten Leben missen.

Denn er bietet mir, meinen langfristigen Plänen und spontanen Einfällen genau den Platz, den wir benötigen.

Was in meinen Augen außerdem ein absolut unschlagbarer Vorteil des Filofax im A5-Format ist: Ich kann am Laptop kinderleicht alle möglichen Vorlagen, Übersichten und Co. erstellen und diese im Handumdrehen auf einem A4-Blatt ausdrucken. Anschließend einfach in der Mitte durchschneiden oder entsprechend falten und lochen und – zack! – kann das Ganze auch schon in den Filo wandern.

Ich habe versucht, auch für meinen Personal-Filofax entsprechende Designs zu erstellen, bin aber kläglich daran gescheitert, sie in der richtigen Größe auszudrucken. Hier ist der A5-Filo also der klare Testsieger.

Was nun besser ist – der A5 oder der Personal Filofax? Du ahnst es sicher schon: Das kommt ganz auf deine Vorlieben und dein Nutzungsverhalten an.

Müsste ich mich unbedingt festlegen, würde ich sagen: Wenn du auf der Suche nach einem allumfassenden Organisationssystem für alle deine Lebensbereiche bist, dann wirst du langfristig mit dem A5-Format glücklicher sein. 

Meine Filofax-Empfehlungen (Affiliate)

Der Domino war mein erster A5-Planer und das Modell, das ich aktuell nutze. Es besteht aus Kunstleder, hat mehrere Einstecktaschen und ein Gummiband als Verschluss. Für mich ist er ein idealer Begleiter im Alltag: unanfällig für Kratzer, solide verarbeitet und schnörkellos. Die Domino-Reihe gibt es sowohl in kräftigen als auch pastelligen Farben. Da sie nicht aus echtem Leder besteht, ist sie vergleichsweise günstig.

Mein erster Filofax war ein „The Original“. Ich habe das Design, die Qualität und die Farbe von diesem Modell sehr geliebt und war wirklich traurig, als ich ihn weiterverkauft habe. Wie oben beschrieben, war das Personal-Format nicht das richtige für mich. Wenn du es aber „klein und fein“ magst, lege ich dir diesen Filofax ans Herz. 

Weil ich mich wirklich in die Original-Serie verliebt habe, möchte ich mir gern noch einen gebrauchten in A5 zulegen. Dieses Modell hier gefällt mir farblich sehr gut. Da die „Originals“ aus echtem Leder bestehen, sind sie teurer als beispielsweise die Domino-Reihe.

Übrigens: [unbeauftragte Werbung von Herzen] Meine persönliche Filofax-Queen ist „Die Münchner Landpomeranze“ alias Maria, die wie ich aus Eisenach stammt. Schau doch mal in ihrem Papeterie-Shop vorbei, in dem es neben tollen Filofax-Einlagen noch viele weitere Highlights für deine Orga gibt.

Warum der Filofax? 5 Gründe, die für dieses Organisationssystem sprechen

Nach einem „Prolog“, der doch deutlich länger wurde, als ich es anfänglich beabsichtigt hatte, folgt nun der Teil des Artikels, den ich dir besonders ans Herz legen möchte: Meine fünf Gründe, die für einen Filofax sprechen.

#1 Alles an einem Ort

Bevor ich mich fürs Filofaxing entschieden habe, war ich eine typische Chaos-Königin: Hier ein Notizbuch, da ein Klebezettel, dort eine App, überall (und nirgendwo) verstreute Informationen. Dass dieses System auf Dauer nicht funktionieren konnte, ist keine große Überraschung.

Was ich inzwischen am meisten an meinem Filo liebe, ist, dass er alle meine Lebensbereiche an einem „Ort“ beziehungsweise in einem Organisationssystem vereint. Was das im Konkreten bedeutet und wofür genau ich meinen Filofax nutze, habe ich dir ja bereits weiter oben im Beitrag erklärt.

Um es aber trotzdem nochmal zu unterstreichen: Die Zeiten, in denen ich mich fragte, wo ich diese und jene Info nochmal notiert habe, sind definitiv vorbei. Die Antwort lautet mittlerweile schließlich immer: In meinem Filofax!

#2 Flexibilität

Die wohl wichtigste „Superkraft“ vom Filofax ist seine Ringbindung. Diese ermöglicht es nämlich, dass du easy peasy Seiten ein-, aus- und umheften kannst. Klingt gar nicht mal so spannend? FALSCH! Denn aus dieser Eigenschaft ergibt sich eine Flexibilität, die ihresgleichen sucht. Ganz ehrlich: Ich kenne kein anderes analoges System, das mir so viel Flexibilität und gleichzeitig auch so viel Übersichtlichkeit bietet.

#3 Nachhaltigkeit

Kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen: Nachhaltigkeit! Ja, ich finde, man kann den Filofax durchaus als „nachhaltig“ bezeichnen – denn wenn du dir einen angeschafft hast, dann wirst du ihn in der Regel über viele Jahre hinweg nutzen können. Hierfür sorgen unter anderem sein zeitloses Design, seine hochwertige Verarbeitung und auch die gerade schon angesprochene Flexibilität.

Anstatt dir also jedes Jahr einen neuen Planer (und zusätzlich neue Notizbücher etc.) zu kaufen, musst du zukünftig nur noch benötigte Einlagen kaufen oder (so wie ich) selbst erstellen.

#4 individuelle Gestaltung

Als Einlagen bezeichnet man übrigens die verschiedenen Blätter, die du in deinen Filofax heften kannst.

Ich habe mich ziemlich schnell gegen die entschieden, die du zum Beispiel im Filofax-Shop oder bei Amazon kaufen kannst und meine eigenen Einlagen entworfen. Dank Canva ist das selbst für Laien nach etwas Rumprobieren ein echtes Kinderspiel.

Die individuelle Gestaltung der Einlagen ist für mich nicht nur aus optischer Sicht ein echter Vorteil, sondern auch aus funktionaler: Nach mehreren An- und Testläufen habe ich jetzt zum Beispiel eine Wochenübersicht und einen Blogpost-Planer ganz nach meinem Geschmack, die mich in meinem Tun wirklich unterstützen (und gleichzeitig auch noch hübsch aussehen). 

#5 ständige Optimierung

Ob nun das Design der Einlagen, die Aufteilung einzelner „Abteilungen“ innerhalb des Filofax oder dessen Farbe – ich finde es absolut großartig, dass ich meinen Planer von vorn bis hinten nach meinen persönlichen Vorlieben gestalten kann und dadurch letztlich ein Organisationssystem habe, das ich auch langfristig wirklich gern nutze.

Denn sind wir mal ehrlich: Die meisten „Standard-Lösungen“, die fix und fertig auf deinem Schreibtisch landen, sind zwar auf den ersten Blick echt hilfreich und mit großer Wahrscheinlichkeit sehr hübsch, entpuppen sich aber früher oder später dann doch als nicht ganz optimal.

Wenn ich merke, dass mich etwas in meinem Filofax stört (zuletzt zum Beispiel die to do-Listen, die ich einfach nicht genutzt habe), dann nehme ich eine entsprechende Änderung vor (die Liste ist jetzt Teil meiner Wochenübersicht) und freue mich, dass ich mein System wieder ein Stückchen zu Gunsten meines Nutzungsverhaltens optimieren konnte.

Fazit: Der Filofax - (m)ein ideales Organisationssystem

Ich muss schon sagen, dass die Entdeckung des Filofax für mich eine Art Erleuchtung war (ganz im Ernst!). Denn nach Jahren der vergeblichen Suche nach DEM System für meine Organisation war es einfach nur befreiend, endlich fündig geworden zu sein.

 Der Filofax ist ganz bestimmt nicht der heilige Gral und vielleicht hast du nach dem Lesen dieses Beitrags auch schon festgestellt, dass der Ringbuchplaner nichts für dich wäre. Doch vielleicht bist du nun eben auch neugierig und möchtest einen Versuch wagen. Wenn dem so ist, würde ich mich sehr über eine Rückmeldung von dir freuen.

Fotos: Goldine Fotografie

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