3 Podcasts ♡ die ich euch wirklich ans Herz legen möchte

Ich will ganz ehrlich sein: Eine lange Zeit dachte ich, dass ich nie richtig warm werden würde mit dem Medium Podcast. Zu langatmig, zu sperrig, zu speziell – so meine allgemeine Meinung, die ich über mehrere Jahre vertrat.

Doch irgendwann kam dann doch der Tag, an dem ich mir überlegte, dem Audio-Content noch eine Chance zu geben. Ich begann, mich schonungslos durch diverse Podcasts zu hören – immer auf der Suche nach dem idealen Format für mich.

Was genau dieses „ideale Format“ ausmacht, kann ich mittlerweile zum Glück ziemlich genau definieren. Im Laufe der Zeit haben sich ein paar (Qualitäts-)Merkmale herauskristallisiert, die für mich absolut essentiell sind, um einen Podcast weiterzuempfehlen. Und weil ich dir in diesem Beitrag drei Podcasts von Herzen empfehlen möchte, möchte ich auch kurz auf meine Auswahlkriterien eingehen.

Kriterium #1: Die Länge

Jetzt mal im Ernst: Welche Menschen hören sich Podcasts an, deren einzelne Episoden zwei Stunden und noch länger dauern? Und noch viel wichtiger: WANN? Wann zur Hölle macht man das?!

Ich habe ziemlich schnell festgestellt, dass Podcasts für mich kein Nebenbei-Content sind. Ich kann nicht parallel dazu noch meinen Blog optimieren, lesen, Auto fahren oder Unterlagen für die Steuererklärung zusammensuchen.

Und weil das so ist (und ich inzwischen genau darauf achte, welchen Inhalten aus dem Netz ich wie viel Zeit meines Lebens opfere), höre ich fast ausschließlich Podcasts, deren Folgen nicht länger als 30 Minuten dauern.

30 Minuten – das ist für mich Snack-Content, den ich in der Mittagspause konsumiere. Der meine Aufmerksamkeit nicht überfordert. Der für mich lang genug für fundierte Infos und dennoch kurz genug für on point-Aussagen ist. Eben einfach ideal (für mich!).

Kriterium #2: Der Inhalt

Ja okay, hier schlägt gerade mal wieder Captain Obvious zu… Natürlich höre und empfehle ich nur dann Podcasts, wenn mir der Inhalt zusagt.

Was ich hiermit aber eigentlich ausdrücken will, ist folgendes: Ich möchte nur Podcasts hören, die mich in irgendeiner Weise weiterbringen. Die mich informieren, inspirieren, meinen Horizont erweitern, neue Gedanken anstoßen, mir etwas völlig Neues erzählen.

Klingt selbstverständlich? Mitnichten. Denn wenn ich eines gelernt habe in der Zeit, in der ich etliche Podcasts „angehört“ habe, dann ist es das: Es gibt so unendlich viele Formate, in denen Menschen einfach nur labern!

Das mag dem einen oder der anderen durchaus gefallen (vollkommen in Ordnung!), aber für mich sind solche Podcasts nichts. Ich will keinem Kaffeekränzchen und auch keinem Sex-Talk unter Freundinnen lauschen. Ich will Input!

Kriterium #3: Der/Die Sprecher/in

Auch so eine Sache, die eigentlich keine Erklärung benötigt.

Darum in aller Kürze: Wenn mit die Stimme oder Ausdrucksweise der Sprecherin oder des Sprechers nicht zusagt, dann fällt der Podcast kategorisch durch. Egal, wie gehaltvoll der Inhalt ist #sorrynotsorry

Kriterium #4: Die Macher und die Machart

Und noch eine Perle aus meinem bisherigen Podcast-Erfahrungsschatz: Podcast ist nicht gleich Podcast. Dieses Medium ist tatsächlich vielfältiger, als ich anfangs gedacht hätte – und das ist auch verdammt gut so!

Denn wenn mich eine Person einfach 30 Minuten ohne Punkt und Komma zutextet, ohne einmal Luft zu holen oder wenigstens eine Kunstpause einzulegen, dann skippe ich schneller als du, wenn deine Mutter eines dieser „lustigen“ Gruß-und-Knuddel-Videos in ihre Facebook-Story postet.

Stattdessen mag ich es abwechslungsreich und gleichzeitig strukturiert. Ein Podcast darf mich gern auch mal überraschen. Oder zumindest davon überzeugen, dass auch dieses Medium von cleveren Schnitten und Stilelementen lebt.

Und was genau meine ich mit „Macher“? Nun, ganz einfach: Wenn der Podcast von Bild, N24 und ähnlichen Akteuren gehostet wird, bin ich gleich raus. Mag ich nicht, möcht‘ ich nicht.

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So, das soll es nun genug mit Vorgeplänkel gewesen sein. Starten wir durch mit meinen drei Podcast-Empfehlungen für dich.

Podcast-Empfehlung #1: „Hier nur privat – Was das Internet bewegt“

„Hier nur privat“ ist ein Podcast vom Bayrischen Rundfunk, der mich schon mit seinem Namen gekriegt hat. Denn tatsächlich frage ich mich immer wieder ein bisschen, was das soll, wenn ich die drei Worte in den Twitter-Beschreibungen diverser Menschen lese.

Bei „Hier nur privat“ dreht sich alles um das übergeordnete Thema Netzkultur und „Geschichten über das Internet und den Rest der digitalen Welt“. Es geht um aktuelle Aspekte wie die umstrittene Urheberrechtsreform im EU-Parlament, die schwindende Macht von Facebook und den Einfluss von Social Media auf die Politik der Zukunft, aber auch speziellere Punkte wie Dark Social, den fragwürdigen Youtube-Algorithmus und die Suche nach Leben im Weltall mittels SETI@Home.

Teilweise sehr speziell, teilweise etwas nerdig, aber immer unfassbar spannend – ich versprech‘ es dir!

Die einzelnen Folgen sind durchschnittlich 20 Minuten lang und so gut produziert, dass ich mir hin und wieder auch zwei am Stück gönne (ich verrücktes Huhn!). Was mir auch sehr gut gefällt, sind die unterschiedlichen Sprecher, die immer abwechselnd durch den Podcast führen und ihm somit eine zusätzliche Dynamik verleihen.

Fazit: Aus meiner Sicht ist „Hier nur privat“ ein perfekter Podcast. Griffige, abwechslungsreiche Folgen, ein breites Themenspektrum mit einem spezifischen „Dach“ und sympathische Sprecher. Ich habe absolut nichts zu meckern und bin wunschlos glücklich.

Podcast-Empfehlung #2: Madame Moneypenny

Madame Moneypenny – oder besser gesagt: Natascha Wegelin – ist eine dieser Personen, die mir online immer und immer wieder begegnen. Ihr Thema: Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen.

Klingt erst einmal nach einer super Sache. Doch immer, wenn ich angefangen habe, mich etwas intensiver damit auseinanderzusetzen, bin ich schnell zurück geschreckt. Aktienhandel, ETF-Fonds, Sparpläne – What. The. Fuck?!

Ich gebe zu: Bei solchen Wörtern stellen sich mir die Nackenhaare hoch und ich verfalle vollkommen automatisiert in eine Schockstarre, die man mit gutem Willen auch als „natürlichen Schutzmechanismus“ bezeichnen könnte. Doch in Wahrheit bin ich einfach nur ein Schisser.

Denn: Ja, auch ich gehörte bis vor Kurzem zu diesen Frauen, die der Meinung waren, alles Finanzielle sei irgendwie „Männersache“ und überhaupt viel zu kompliziert und so weiter. Lahme Ausreden und die pure Angst davor, mich mit Themen auseinanderzusetzen, die mich früher oder später sowieso ereilen werden…

Als ich eines Tages so durch die Podcast-Empfehlungen von Spotify scrollte und mir plötzlich Nataschas Gesicht entgegen lächelte, dachte ich mir deswegen: Heute ist der große Tag! Heute stelle ich mich dieser Angst und wage endlich den Einstieg in ein Thema, das ich bis dato als „Hölle auf Erden“ beschrieben hätte.

Und siehe da: Ich war von Sekunde 1 an völlig geflasht. Natascha bringt ihre Inhalte so sympathisch, so locker und so natürlich rüber, dass es mir die reinste Freude ist, ihr zu lauschen. Ganz ehrlich: Diese Frau hat es drauf und ist zu einer großen Inspiration für mich geworden!

Was mir an „Madame Moneypenny“ besonders gefällt, ist, dass der Podcast wirklich am Urschleim ansetzt. Du musst also keine Angst haben, ins kalte Wasser geschubst zu werden, sondern kannst erst einmal ins Thema finden. In den ersten Folgen geht es um Nataschas persönliche Geschichte, Irrtümer und wichtige Glaubenssätze.

Mir hat dieser „sanfte“ Einstieg sehr dabei geholfen, einen Bezug zur Thematik aufzubauen. Würde mir jemand gleich in Folge 1 knallhart den Handel mit Aktien erklären, würde ich vermutlich sehr schnell die Lust am Podcast verlieren.

Fazit: Ein sehr komplexes Thema leichfüßig, charmant und dennoch extrem gehaltvoll verpackt! Ich bin ein Fan von Natascha Wegelin, die mich mit ihrer sympathischen Stimme und ihrer ehrlich-direkten Ausdrucksweise sofort abgeholt hat. In manchen Folgen würde ich mir etwas mehr gestalterische Abwechslung wünschen, doch weil ich ihr einfach super-gern zuhöre, kann ich darüber hinwegsehen. Wer sich über finanzielle Unabhängigkeit informieren möchte (egal ob Mann oder Frau), sollte sich unbedingt mit Madame Moneypenny auseinandersetzen.

Podcast-Empfehlung #3: Ab 21 – Deutschlandfunk Nova

Ich muss gestehen, dass ich mich mit der Wahl von Empfehlung Nummer 3 etwas schwer getan habe. Es gibt mittlerweile einige Podcasts, die ich gerne höre. Doch so sehr wie „Hier nur privat“ und „Madame Moneypenny“ flasht mich (bisher) keiner.

Ich habe mich letztlich aufgrund der thematischen Vielfalt für „Ab 21“ entschieden – einen Podcast, der aus der Abendsendung vom Radiosender Deutschlandfunk Nova entstanden ist („ab 21“ ist also eine Zeit- und keine Altersangabe).

Die Themen, über die hier gesprochen werden, gleichen einem kunterbunten Blumenstrauß und halten für jeden etwas Interessantes bereit. Es geht um Themen wie übergriffiges Verhalten im Alltag (mega-interessante Folge!), Müllvermeidung (super Einstieg in diese Thematik!) und Sexismus in der Werbung (uuhhhh… was könnt‘ ich mich aufregen!). Mal sind die Gesprächsthemen eher allgemein, mal sehr stark eingegrenzt – eine Mischung, die mir persönlich sehr gut gefällt.

Einen weiteren Pluspunkt erhält „Ab 21“ für die Gäste, die in den unterschiedlichen Folgen zu Wort kommen. Meist sind es drei Personen, die das Thema XY aus unterschiedlichen Perspektiven aufgreifen und mir damit ein Gefühl der allumfassenden Be- und Erleuchtung geben.

Fazit: Eine wirklich abwechslungsreiche Themenmischung, die nicht langweilig wird. Manches ist bekannt, anderes völlig neu. Ich verspreche dir aber, dass du in jeder Folge frischen Input erhalten wirst.

Einzelne Podcast-Folgen, die ich dir ans Herz legen möchte

Wie schon mehrmals in diesem Beitrag angedeutet: Ich habe im Zuge meiner – ich nenne es mal – Podcast-Orientierungsphase in etliche Formate reingehört. Vieles, was mir dabei über den Weg gelaufen ist, ist totaler Mist. Einige sind sicherlich echt cool, wenn man einen längeren Atem hat (Hallo? Podcasts von drei Stunden Länge und mehr?!). Und manche Highlights ( = einzelne Folgen) möchte ich dir abschließend ans Herz legen, obwohl ich dir nicht (!) den gesamten Podcast empfehle. Eine Art Topping, das dir diesen Blogbeitrag noch ein bisschen schmackhafter machen soll…

„Dich mag ich | Folge 1 – Angrillen“

Der Podcast von Linda („Dear Heima“) und Berit („Marmeladekisses“) ist gerade erst auf die Welt gekommen. Darum (und weil die Folgen super-lang sind) kann ich ihn noch nicht vollständig empfehlen. Aber: Die erste Folge gefiel mir trotz Über-Über-Länge wahnsinnig gut. Linda und Berit haben super angenehme Stimmen und schaffen in ihrem „Podcast-Experiment“ den Spagat zwischen belangloser Plauderei und krassem deep talk. Ich werde dran bleiben.

„Toyah aber billig | Kinderspielplatz Internet“

Toyah Diebel, die im Netz als „Toyahgurl“ unterwegs ist, polarisiert am laufenden Band. Ein Thema, das sie mit besonderer Inbrunst immer und immer wieder aufgreift: Der #Dinkelgate. Für alle, die damit nichts anfangen können: Toyah prangert Menschen (insbesondere Frauen) an, die ihre Kinder im Netz zur Schau stellen und damit „bestenfalls“ auch noch Geld verdienen. Um diese hochbrisante Thematik geht es in einer Podcastfolge von ihr mit dem Cyberkriminologen Thomas-Gabriel Rüdiger. Die finde ich so gut, dass ich euch am liebsten alle zwingen würde, sie anzuhören – egal, ob ihr Kinder habt/haben wollt oder nicht!

„Die Podcast-Oma | Eine Zeitreise“

Die Podcast-Oma ist ein spannendes Podcast-Projekt von Illustratorin Kim Hoss und ihrer Oma Inge. Die beiden treffen sich jeden Mittwoch zum Plaudern – und manchmal drückt Kim dabei die Aufnahme-Taste. Das Ergebnis ist ein wirklich persönlicher Podcast, der mich schon so manches Mal tief bewegt hat. Denn wenn ich den beiden lausche, wünsche ich mir nichts mehr, als die Gelegenheit zu haben, meinen Omas ebenfalls Löcher in den Bauch zu fragen. Doch das ist leider nicht mehr möglich.

„Freelancestart.de | Interview mit Jessika Fichtel“

Es folgt ein bisschen schamlose Eigenwerbung. Denn auch ich durfte bereits Podcast-Luft schnuppern. Mein Texter-Kollege Benjamin Brückner befragt mich in dieser Episode seines Podcasts zu meiner Tätigkeit als selbstständige Freelance-Autorin. Wenn du dich also für meinen beruflichen Background interessierst, dann hör‘ doch einfach mal rein.

„Artikel 5 | Recht für Blogger“

Und weil es so schön ist, gleich noch eine Podcast-Episode, in der ich mitwirken durfte – diesmal aber nicht als Interview-Gast, sondern als Interviewende! Im nagelneuen Podcast „Artikel 5“ von und mit Anwalt André Stämmler durfte ich dem Medienrechtler Löcher in den Bauch fragen. Dich interessieren Themen wie die DSGVO, die Werbekennzeichnung auf Instagram, Impressumspflicht und Urheberrecht? Dann hör‘ dir die Folge mit André und mir unbedingt auf Spotify oder iTunes an.